Aztekium
Bekannte Arten
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Was ist Aztekium?
Aztekium ist eine Gattung von drei winzigen Kakteen, die endemisch in der Sierra Madre Oriental in Nuevo León, Mexiko, vorkommt und erstmals 1929 von Bödeker formell beschrieben wurde. Alle drei Arten wachsen an nahezu senkrechten Gips- oder Kalksteinklippen, wo kaum konkurrierende Vegetation überleben kann.
Wo wächst Aztekium in freier Wildbahn?
Alle drei Arten beschränken sich auf tief eingeschnittene Schluchten der Sierra Madre Oriental in Nuevo León und klammern sich an nahezu senkrechte Felswände in Höhenlagen zwischen 800 und 1.200 m. Sowohl A. ritteri als auch A. hintonii besiedeln Gipsuntergrund, wobei A. ritteri auch auf brüchigem Kalkstein nachgewiesen wurde. Die Nordausrichtung vieler besiedelter Wände begrenzt die direkte Sonneneinstrahlung.
Was macht Aztekium optisch unverwechselbar?
Aztekium zeichnet sich durch horizontale Querfalten aus, die jede Rippe durchziehen, ein in der Kakteenfamilie nahezu einzigartiges Merkmal, das dem Körper ein gefälteltes Erscheinungsbild verleiht. A. ritteri trägt 9 bis 11 Rippen und erreicht selten mehr als 5 cm Durchmesser; A. hintonii hat 10 bis 18 tief gefurchte Rippen, wird bis zu 10 cm groß, und bildet leuchtend magentafarbene Blüten. Dornen sind bei allen drei Arten spärlich bis fehlend.
Wie unterscheiden sich die drei Aztekium-Arten?
A. ritteri (1929) ist die kleinste Art und erreicht maximal etwa 5 cm mit weißen bis blassrosa Blüten von unter 10 mm Breite. A. hintonii (1992) wird bis zu 10 cm groß mit magentafarbenen Blüten von bis zu 3 cm Durchmesser. A. valdezii, entdeckt 2011 und formell beschrieben 2013, hat nur 5 bis 6 Rippen und rosafarbene Blüten mit weißem Zentrum, wobei ihr taxonomischer Status umstritten ist.
Warum wächst Aztekium so langsam?
Aztekium ritteri legt bei Aussaat aus Samen nur etwa 1 mm Durchmesser pro Jahr zu und zählt damit zu den am langsamsten wachsenden Pflanzen der Kakteenfamilie; ein ausgewachsenes 5 cm großes Exemplar kann mehrere Jahrzehnte Wachstum repräsentieren. Das Substrat der Felswand ist nahezu nährstofffrei, und die Pflanzen scheinen physiologisch an diese Kargheit angepasst zu sein.
Ist Aztekium durch CITES geschützt?
Alle drei Aztekium-Arten fallen unter die pauschale CITES-Appendix-II-Listung für Cactaceae, die für den internationalen Handel Exportgenehmigungen vorschreibt, ihn aber nicht grundsätzlich verbietet. Das mexikanische Bundesrecht bietet zusätzlichen Habitatschutz nach NOM-059-SEMARNAT-2010 und stuft A. ritteri als endangered ein. Jedes legal im Umlauf befindliche Exemplar sollte aus dokumentierter Gärtnereivermehrung stammen.
Sollten Sammler Aztekium gepfropft oder aus Samen ziehen?
Das Pfropfen auf Pereskiopsis– oder Trichocereus-Unterlagen beschleunigt das Wachstum und verringert bei jungen Pflanzen das Fäulnisrisiko, allerdings auf Kosten atypischer, zu Ablegerbildung neigender Formen. Aus Samen gezogene Pflanzen entwickeln eine authentische Morphologie, die zu mineralreichen Mischungen aus Bims, Granitsplitt oder Lavagestein passt, benötigen jedoch eine strikte winterliche Trockenruhe und einen jahrzehntelangen Weg bis zur Blühgröße. Für die meisten Sammler ist ein gepfropftes Exemplar der praktische Einstieg.



