Aztekium

Bekannte Arten

Aztekium ritteriAztekium ritteriGipsfelsbewohner aus Nuevo León; tief gefurchte Rippen mit sekundären Rillen, quälend langsames Wachstum.Aztekium hintoniiAztekium hintonii1991 in Nuevo León entdeckt; wollige Areolen und magentafarbene Blüten an senkrechten Gipswänden.Aztekium valdeziiAztekium valdeziiDrittes und jüngstes Aztekium, 2013 beschrieben; glatte Rippen ohne sekundäre Furchen, nur ein einziger Schluchtstandort.

Was ist Aztekium?

Aztekium ist eine Gattung von drei Zwergkakteen, die endemisch in der Sierra Madre Oriental in Nuevo León, Mexiko, vorkommen und 1929 von Bödeker erstmals formal beschrieben wurden. Alle drei Arten wachsen an nahezu senkrechten Gips- oder Kalksteinfelswänden, an denen praktisch keine konkurrierende Vegetation überleben kann.

Wo wächst Aztekium in freier Natur?

Alle drei Arten sind auf tief eingeschnittene Schluchten der Sierra Madre Oriental in Nuevo León beschränkt und klammern sich an nahezu senkrechte Felswände zwischen 800 und 1,200 m Höhe. Sowohl A. ritteri als auch A. hintonii besiedeln Gipssubstrat, wobei A. ritteri auch auf brüchigem Kalkstein nachgewiesen wurde. Die nach Norden gerichtete Ausrichtung vieler besiedelter Wände begrenzt die direkte Sonneneinstrahlung.

Was macht Aztekium optisch unverwechselbar?

Aztekium lässt sich an horizontalen Querfalten erkennen, die jede Rippe durchziehen, ein in der Kakteenfamilie nahezu einzigartiges Merkmal, das dem Körper ein gefälteltes Aussehen verleiht. A. ritteri trägt 9 bis 11 Rippen und überschreitet selten 5 cm Durchmesser; A. hintonii besitzt 10 bis 18 tief gefurchte Rippen, wird bis zu 10 cm groß und bringt leuchtend magentafarbene Blüten hervor. Dornen sind bei allen drei Arten spärlich bis fehlend.

Wie unterscheiden sich die drei Aztekium-Arten?

A. ritteri (1929) ist die kleinste Art und erreicht höchstens etwa 5 cm, mit weißen bis blassrosa Blüten unter 10 mm Breite. A. hintonii (1992) wird 10 cm groß und trägt magentafarbene Blüten von bis zu 3 cm Durchmesser. A. valdezii, 2011 entdeckt und 2013 formal beschrieben, besitzt nur 5 bis 6 Rippen und rosa Blüten mit weißem Zentrum, obwohl ihre taxonomische Stellung umstritten ist.

Warum wächst Aztekium so langsam?

Aztekium ritteri legt aus Samen gezogen etwa 1 mm Durchmesser pro Jahr zu und zählt damit zu den am langsamsten wachsenden Pflanzen der Kakteenfamilie; ein ausgewachsenes Exemplar von 5 cm kann mehrere Jahrzehnte Wachstum verkörpern. Das Substrat der Felswände ist nahezu frei von Nährstoffen, und die Pflanzen scheinen physiologisch an diese Kargheit angepasst zu sein.

Ist Aztekium durch CITES geschützt?

Alle drei Aztekium-Arten fallen unter die pauschale CITES-Appendix-II-Listung für Cactaceae, die für den internationalen Handel Ausfuhrgenehmigungen verlangt, ihn aber nicht vollständig verbietet. Das mexikanische Bundesrecht bietet unter NOM-059-SEMARNAT-2010 zusätzlichen Habitatschutz und führt A. ritteri als gefährdet. Jedes legal gehandelte Exemplar sollte aus dokumentierter Vermehrung in Gärtnereien stammen.

Sollten Sammler Aztekium gepfropft oder aus Samen gezogen kultivieren?

Das Pfropfen auf Pereskiopsis– oder Trichocereus-Unterlagen beschleunigt das Wachstum und verringert bei jungen Pflanzen das Fäulnisrisiko, allerdings um den Preis untypischer, zur Kindelbildung neigender Formen. Aus Samen gezogene Pflanzen entwickeln eine authentische Morphologie, die zu mineralreichen Mischungen aus Bims, Granitgrus oder Lavagestein passt, verlangen jedoch strenge Wintertrockenheit und eine jahrzehntelange Wartezeit bis zur Blühgröße. Für die meisten Sammler ist ein gepfropftes Exemplar der praktische Einstieg.