Pseudolithos
Bekannte Arten
Verfolgen Sie den Wildursprung jedes Exemplars in unseren Pseudolithos-Feldnummern. Die vollständige Anleitung zu Gießen, Wärme und Überwinterung steht in unserem Leitfaden zur Pseudolithos-Pflege.
Was ist Pseudolithos, und ist es ein Kaktus?
Pseudolithos ist kein Kaktus. Es handelt sich um eine Gattung stammsukkulenter Pflanzen aus der Seidenpflanzenfamilie Apocynaceae, Unterfamilie Asclepiadoideae, die in Somalia, Jemen und Oman heimisch ist. Der Name bedeutet “falscher Stein,” und die Pflanzen ahmen den Kalksteinschotter ihres Lebensraums so überzeugend nach, dass sie im Gelände kaum zu erkennen sind.
Wo wächst Pseudolithos in der Wildnis?
Alle Arten sind auf das Horn von Afrika und die südliche Arabische Halbinsel beschränkt, vor allem auf Somalia und Jemen, mit vereinzelten Nachweisen aus Oman. Sie wachsen in trockenem Kalk- und Gipsgelände in niedrigen bis mittleren Höhenlagen, meist zwischen Felsbrocken eingeklemmt, wo sie starkes Licht und nur minimalen Niederschlag erhalten.
Wodurch entsteht die getäfelte Oberfläche von Pseudolithos?
Das geometrische, kachelartige Muster auf der Stammoberfläche entsteht durch dicht gepackte, abgeflachte Höcker, die in ineinandergreifenden Reihen über die Epidermis angeordnet sind. Diese Täfelung erfüllt zwei Zwecke: Sie verleiht dem wasserspeichernden Stamm strukturelle Festigkeit und verstärkt die Steintarnung, die die Pflanze vor Fraßfeinden schützt. Das Muster ist artspezifisch und ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.
Wie viele Pseudolithos-Arten gibt es?
Derzeit sind etwa 8 Arten beschrieben, wobei die Taxonomie noch nicht vollständig geklärt ist. Am bekanntesten sind P. migiurtinus (die Typusart, kugelförmig), P. cubiformis (würfelförmig) und P. caput-viperae (schlangenkopfförmig). Weitere Arten werden fortlaufend beschrieben, sobald Feldforschung entlegene Gebiete Somalias erreicht.
Wie sehen die Blüten von Pseudolithos aus?
Die Blüten von Pseudolithos sind klein, sternförmig und meist dunkelbraun bis kastanienrot, mit einer fleischigen, runzligen Oberfläche, die verrottendes organisches Material nachahmt. Sie verströmen einen schwachen aasähnlichen Geruch, der Fliegen zur Bestäubung anlockt. Die Blüten stehen in Gruppen nahe der Stammbasis oder an den Stammseiten und werden leicht übersehen, wenn der Pflanzenfreund während der warmen Wachstumssaison nicht regelmäßig nachsieht.
Warum ist Pseudolithos so schwierig zu kultivieren?
Die Gattung benötigt ganzjährig eine Mindesttemperatur von 15°C und verträgt keine feucht-kalten Bedingungen; schon eine einzige Nacht unter 10°C in feuchtem Substrat kann ein Exemplar sofort töten. Der schmale Grat zwischen ausreichender Feuchtigkeit (die Pflanzen sind blattlose Stammsukkulenten) und tödlicher Überwässerung macht das richtige Timing entscheidend. Viele Kultivateure halten sie in beheizten Schaukästen oder Terrarien, in denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden.
Welches Substrat benötigt Pseudolithos?
Ein Kultursubstrat aus 85 bis 90% mineralischem Zuschlag (Bims, Granitsplitt oder Lavagestein) mit 10 bis 15% nährstoffarmem organischem Anteil sorgt für die schnelle Drainage, die diese Pflanzen benötigen. Das Substrat sollte innerhalb von 24 Stunden nach dem Gießen abtrocknen. Manche Kultivateure mischen zerkleinerten Kalkstein bei, um die kalkhaltigen Böden der Heimat nachzubilden. Jede organisch reiche oder feuchtigkeitshaltende Mischung bedeutet den sicheren Tod.
Steht Pseudolithos unter CITES-Schutz?
Pseudolithos ist nicht unter CITES gelistet, da die Gattung außerhalb der Cactaceae steht. Die politische Instabilität in Somalia hat die legale Feldsammlung jedoch extrem erschwert, und wildgesammelte Exemplare sind im Handel selten. Die meisten Kulturpflanzen stammen von einer kleinen Zahl legal importierter Gründerbestände ab, wodurch aus Samen gezogene Vermehrung (seed grown) die Hauptquelle ist.




